Streik als sozialwissenschaftliches Experiment

Wie ihr sicher wisst streikt in Berlin die BVG. Heißt, wir Autolosen fahren S-Bahn. Mit anderen Worten, die S-Bahn hat wahrscheinlich heute ihre Passagierzahlen verdoppelt. Und das führt dann zu interessanten Effekten. Ich musste am Ostkreuz umsteigen und fand dann folgende Situation: Jeweils zwei S-bahn-Ladungen Menschen oben und unten vor der Treppe und absolut keine Bewegung. Die unten standen in einer riesen Traube vor der Treppe und kamen nicht hoch weil die oben in einer riesen Traube vor den Treppen standen und nicht runter kamen weil unten eine Traube die Treppe versperrte und nicht hoch kam.

Ich bin dann den guten wenn auch recht genervt formulierten Ratschlägen eines Bahn-Menschen folgende einfach die Treppe zu einem weniger genutzten Bahnsteig runter, am anderen wieder hoch und wieder runter und ab in meine grade ankommende Bahn.

Aber nach allem was ich gesehen habe wird sich das Kneuel auf der Treppe wohl frühestens heute Abend kurz vor Betriebsschluss lösen, wenn dann das DRK die halb verdursteten Menschen abtransportiert, die auf dem mittleren Treppenabsatz stecken geblieben sind.

Damit wäre mal wieder eindrucksvoll belegt, dass kooperatives Verhalten zum besten Ergebnis führt, während sturer Egoismus verursacht, dass du auf einem Treppenabsatz fern von Essen, Trinken und sanitären Einrichtungen den halben Tag eingequetscht stehen bleiben darfst.

Und das es extrem sinnvoll seien kann, nicht der Masse zu folgen.

Ich freu mich jedenfalls schon auf nächste Woche, wenn dann auch die S-Bahn streikt. Dann muss ich mich entweder von meinem Kollegen mitnehmen lassen und kann interessante Verhaltensweisen im Stau aauf der Straße beobachten oder ich kann mal wieder von zu Hause arbeiten.

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