Parteitag Teil I

Also nicht wirklich Parteitag. Aber Landesmitgliederversammlung des Landesverbandes Berlin der Piratenpartei ist einfach keine Überschrift.

Ich hab mich heute also endlich mal wieder politisch betätigt. Und mir ist prompt wieder eingefallen, warum ich das nach dem Mauerfall unter anderem hab bleiben lassen. Der bürokratische Aufwand, der mit der Entscheidungsfindung selbst auf der untersten offiziellen Ebene einer deutschen Partei betrieben werden muss, ist wirklich abschreckend.

Ich werde jetzt hier kein Protokoll schreiben. Um diese Aufgabe habe ich mich wohlweislich und im Interesse der Partei gedrückt. Ein solches wird auch sicher bald auf der Seite der Piratenpartei Berlin zu lesen sein.

Also nur ein paar Eindrücke. Erst mal ein Lob und ein großes Danke an die Orga. Hätte man kaum besser machen können. Auch die Kollegen, die als Helfer und Versammlungsfunktionäre mitwirken machen echt einen super Job. Das wir mindestens 2 Stunden in der Zeit hängen ist echt nicht ihre Schuld.

Das liegt eher an Unsitten, die irgendwie für mich nichts mit Demokratie sondern nur was mit Zeitverschwendung zu tun haben. Mein neuer favorite ist die „formale Gegenrede“, was übersetzt heißt: Ich sag jetzt mal, ich bin dagegen, nur um eine Abstimmung zu erzwingen. Was für ein Scheiß. Das hat heute mindestens eine halbe Stunde meiner Lebenszeit vergeudet. Und ich finde, wenn man Anträge zur Satzungsänderung hat, dann kann man die auch vorbereiten und vorher abgeben.

Auch etwas übel aufgestoßen ist mir ein Kandidat für den Posten des Vorsitzenden, der mitten in der Versammlung aus dem Nichts erscheint, den keiner kennt und der erst seit drei Tagen Mitglied ist. Ich will hier nichts unterstellen, aber das fand ich dann doch zumindest etwas unrealistisch.

Richtig gezuckt hab ich dann bei der Befragung der Kandidaten. Da gab es viele gute und zielführende Fragen, die mir auch Kandidaten ans Herz gelegt haben, die ich vorher schlicht nicht kannte (hallo Heide, meine Stimme für den Vorsitz hattest du ;-)). Aber was Alex da abgezogen hat war persönlich angreifend, polemisch und einfach nur daneben.

Sorry, jemand, der für ein Ehrenamt in der Partei nicht zur Verfügung steht, sollte nicht allen, die das tun, Machtgeilheit und Ämterhascherei unterstellen. In dem einen oder anderen Fall mag das ja zutreffen, aber der Generalverdacht ist verletzend und äußerst unpiratisch. Nach dem Auftritt war ich regelrecht froh aus Gründen massiven Zeitmangels den Kontakt zur Crew Seetiger nicht weiter verfolgt zu haben. Hübsch fand ich auch seine 2-minütige Ansprache in der er die Kandidaten aufgefordert hat, sich auf 20sec-Antworten zu beschränken. Glashaus, Steine und so.

Alles in allem war es aber ein guter erster Tag. Ich hoffe ich schaffs nachher noch ins Sanatorium und ich hoffe, es wird morgen ein noch etwas produktiverer Tag. Ich hab nämlich Montag keine Zeit.

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3 Kommentare zu Parteitag Teil I

  1. Mirko sagt:

    Mit Alex gebe ich Dir recht ( war schon harter Tobak und kam sehr feindselig rüber), mit der formalen Gegenrede aber nicht, sonst könnte ja jeder einfach so seinen Willen durchdrücken… siehe Pausen, die echt sinnfrei gewesen wären.

  2. Kai sagt:

    Ich bin ja nicht generell gegen Gegenrede. Es gab nur etliche Situationen, wo ich das Gefühl hatte, dass der Gegenredende das eher unbegründet – ich will nicht sagen zum Spaß – gemacht hat. Da nervte es dann etwas. Fand ich 😉

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