Eine Bahnfahrt die ist lustig

Ich hab ja hier schon diverse Organisationen und Personengruppen erwähnt, die sich meiner besonderen Wertschätzung erfreuen. Eine weite Organisation aus dieser Kategorie ist die Deutsche Bahn AG, dieses wunderbare Transportunternehmen, das mit pünktlicher Regelmäßigkeit seine Preise erhöht und den Service minimiert, bei dem aber Verspätungen von mehr als einer Stunde so üblich sind, dass das Management den Ruin befürchtet, weil man gesetzlich verpflichtet wird, bei Verspätungen um mehr als eine Stunde den Fahrpreis teilweise zu erstatten. Und das in einem Streckennetz, bei dem die längste Strecke ca. 15 Stunden ist. Und auch nur bei den Schnellverbindungen, nicht bei den Regionalzügen.

Und wenn sie dann mal tatsächlich pünktlich sind, dann lassen sie sich was anderes einfallen, um die Kunden zu ärgern. So wie bei uns am Montag.

Wir hatten Tickets für den ICE direkt von Duisburg nach Berlin. Wir hatten Platzkarten für Plätze am Tisch – mit anderen Worten an der Steckdose – der Zug war relativ leer und ruhig und – Wunder über Wunder – in Bielefeld keine 5 Minuten Verspätung. Und da mussten sie sich einfach was einfallen lassen. Es geht ja nicht, dass der Bahnkunde mal völlig zufrieden den Zug verlässt. Der gewöhnt sich noch dran.

Unser schöner durchgehender Zug von Duisburg nach Berlin war in Hamm wie üblich mit einem zweiten verkoppelt worden. Und um jetzt mal ein wenig das Hochgefühl der Kundschaft zu unterdrücken beschloss man, dass man ab Hannover einfach mal den kompletten Inhalt unseres Zugteils in den anderen Zugteil pfercht und unseren Teil aus dem Verkehr zieht. Aus „betrieblichen Gründen“. Nein, das hat nix mit Defekt zu tun – ein defekter Zug fährt keine 200 Sachen, nach dem man entschieden hat, ihn sicherheitshalber still zu legen. Das heißt mit anderen Worten, der Zug ist zu leer, denen gehts zu gut. Also jagt man dann um 3,50Euro zu sparen seine werte Kundschaft mit Sack und Pack von den reservierten Plätzen drei Wagons lang über den Bahnhof in den anderen Zugteil und eine unsichere Zukunft. Denn nicht nur sind unsere Platzreservierungen, die ja inzwischen richtig Geld kosten, hinfällig, ich kann in diesem Zugteil nicht mal feststellen, ob die Plätze, die ich mir nun suchen darf auch tatsächlich frei von Reservierungen sind, denn sie haben uns auch noch in den kaputten Zugteil gesteckt. Kein einziges Display funktioniert, die Reservierungsanzeigen eingeschlossen.

Okay, wir waren dann letztendlich zum ersten mal seit Jahren pünktlich. Und der zusammengelegte Zug war auch nicht zu voll. Aber ist es echt nötig, dass man seinen Kunden sinnlos solchen Mist antut. Jedes Unternehmen, das sich in einer Konkurrenz-Situation befindet würde solche Aktionen tunlichst vermeiden oder zumindest den Kunden ein Trostpflaster verpassen. Aber das scheint die Bahn nicht nötig zu haben. Wenn ich eine Wahl hätte, was ich wegen Führerscheinmangel und flugängstlicher Ehefrau nicht tue, dann hätte dieses Unternehmen wieder 2 Kunden weniger. Aber nur weiter so, Herr Mehdorn. Der Flug- und Autoverkehr will schließlich gefördert werden.

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