Eine schöne Entdeckung an unerwarteter Stelle

Gepostet von Kai am Freitag, 16. April 2010, 13:09 Uhr

Einige von euch können sich vielleicht noch an meinen Nekrolog auf die Berliner Pub-Szene erinnern. Jetzt bin ich an gänzlich unvermuteter Stelle über den Pub gestolpert, den ich gerne 5 Minuten von zu Hause hätte. Allerdings nicht im “Szene-Bezirk” Friedrichshain, diesem Hort dämlicher Cocktailbars und noch dämlicherer Lounges. Nicht in Berlin, der Kneipenhauptstadt ohne Polizeistunde, nein, im – meine Frau möge mir vergeben – dörflichen Duisburg Homberg.

Der Laden heißt Dexter Island und ist genau das, was ich mir von einem Pub wünsche. Klein und gemütlich, von Menschen betrieben, die einem das Gefühl geben, herzlich willkommen zu sein und ausgestattet mit einer nicht übertrieben großen aber qualitativ sehr guten Auswahl an Whisky und Whiskey. Ich könnte mich immer noch hauen, weil ich den guten Connemara über meiner Frau vergossen habe. Sie wusste das Aroma überhaupt nicht zu schätzen ;-) Das Foto ist von der Handy-Cam, man möge mir also die Quali verzeihen.

Dexter Island Irish Pub

Wen also das Schicksal mal nach Duisburg oder Moers verschlagen sollte, der sollte an einem Donnerstag bis Samstag Abend die Augustastr. in Homberg aufsuchen und sich ansehen, wie ein Pub aussehen sollte, der in Deutschland überleben kann.

Bedauerlich finde ich nur, das ich den Laden nicht einpacken und mitnehmen kann.

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Piratenparteitag Teil II

Gepostet von Kai am Montag, 1. März 2010, 12:13 Uhr

Gestern Abend war ich dann doch zu fertig, um mich zum zweiten Tag noch kohärent zu äußern. Darum mal mein verspätetes Gebrabbel zum Tag 2.

Zuerst mal muss ich sagen, dass mir die Atmosphäre am zweiten Tag noch mehr gefallen hat. Die Diskussionen waren ähnlich emotional und teilweise auch durchaus giftig aber nicht persönlich angreifend. Und der Beschluss zu Liquid Democracy war eindeutig historisch. Solche Nummern sind der Grund warum ich Pirat geworden bin.

Ich hab zwar nicht ganz den Vorstand bekommen, den ich wollte, aber so ist das mit Demokratie. Sorgen wir dafür, dass sie möglichst wenig Entscheidungen für die Partei selber treffen müssen.

Und ich möchte beantragen, dass es auf allen Piraten-Veranstaltungen Verbannungsorte für Raucher geben sollte. Man kommt in der solidarischen Gemeinschaft von Aussätzigen einfach besser ins Gespräch.

Lobend erwähnen möchte ich auch mein geliebtes Weib, die trotz körperlichen Ausfallerscheinung wacker bis fast zum Ende durchgehalten hat.

Und noch mal ein herzliches Danke an das Orga-Team und alle Helfer. Ihr wart super!

Der einzige Wermutstropfen des gestrigen Tages war die unsinnige Diskussion um die Piratinnen und das überdimensionale Medienecho. Ich würde ja am liebsten sehn, dass das tatsächlich die Frauen der Partei unter sich ausmachen. Das wäre in der Außendarstellung sicher hilfreich. Und es gibt reichlich Frauen, die Leenas Unterstellung, dass Frauen in der Gegenwart mehrerer Männer nicht in der Lage sind, ihre politischen Vorstellungen zu äußern, höchst beleidigend finden. Ich wette, die Damen des Vorstands gehören definitiv dazu.

Der einzig witzige Vorschlag, der in der ganzen Debatte auftauchte war der, dass wir jetzt mal richtig progressiv seien könnten und uns einheitlich alle Piratin nennen. Vielleicht baut ja mal einer einen entsprechenden Vorschlag zur Satzungsänderung ins Liquid Feedback ;-)

Also, liebe Leena, beim nächsten mal versuch vielleicht, nicht eine breite Mehrheit der männlichen und weiblichen Mitglieder der Piratenpartei mit Überrumpelungstaktiken und medialen Schnellschüssen vor den Kopf zu stoßen. Dein Anliegen ist sicherlich im Kern ein unterstützenswertes aber deine Taktiken waren einfach Scheiße.

Und ihr, liebe Leena-Kritiker, lasst uns nicht wie chauvinistische Neandertaler aussehen und haltet den Ball hübsch flach.  Soll Leena doch erst mal kucken, ob sie überhaupt signifikante Mengen von weiblichen Piraten (ich nenn sie ja privat gerne mal Piratinnen, weils so schön kurz ist) für ihren geheimen Frauenzirkel findet.

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Parteitag Teil I

Gepostet von Kai am Samstag, 27. Februar 2010, 17:46 Uhr

Also nicht wirklich Parteitag. Aber Landesmitgliederversammlung des Landesverbandes Berlin der Piratenpartei ist einfach keine Überschrift.

Ich hab mich heute also endlich mal wieder politisch betätigt. Und mir ist prompt wieder eingefallen, warum ich das nach dem Mauerfall unter anderem hab bleiben lassen. Der bürokratische Aufwand, der mit der Entscheidungsfindung selbst auf der untersten offiziellen Ebene einer deutschen Partei betrieben werden muss, ist wirklich abschreckend.

Ich werde jetzt hier kein Protokoll schreiben. Um diese Aufgabe habe ich mich wohlweislich und im Interesse der Partei gedrückt. Ein solches wird auch sicher bald auf der Seite der Piratenpartei Berlin zu lesen sein.

Also nur ein paar Eindrücke. Erst mal ein Lob und ein großes Danke an die Orga. Hätte man kaum besser machen können. Auch die Kollegen, die als Helfer und Versammlungsfunktionäre mitwirken machen echt einen super Job. Das wir mindestens 2 Stunden in der Zeit hängen ist echt nicht ihre Schuld.

Das liegt eher an Unsitten, die irgendwie für mich nichts mit Demokratie sondern nur was mit Zeitverschwendung zu tun haben. Mein neuer favorite ist die “formale Gegenrede”, was übersetzt heißt: Ich sag jetzt mal, ich bin dagegen, nur um eine Abstimmung zu erzwingen. Was für ein Scheiß. Das hat heute mindestens eine halbe Stunde meiner Lebenszeit vergeudet. Und ich finde, wenn man Anträge zur Satzungsänderung hat, dann kann man die auch vorbereiten und vorher abgeben.

Auch etwas übel aufgestoßen ist mir ein Kandidat für den Posten des Vorsitzenden, der mitten in der Versammlung aus dem Nichts erscheint, den keiner kennt und der erst seit drei Tagen Mitglied ist. Ich will hier nichts unterstellen, aber das fand ich dann doch zumindest etwas unrealistisch.

Richtig gezuckt hab ich dann bei der Befragung der Kandidaten. Da gab es viele gute und zielführende Fragen, die mir auch Kandidaten ans Herz gelegt haben, die ich vorher schlicht nicht kannte (hallo Heide, meine Stimme für den Vorsitz hattest du ;-) ). Aber was Alex da abgezogen hat war persönlich angreifend, polemisch und einfach nur daneben.

Sorry, jemand, der für ein Ehrenamt in der Partei nicht zur Verfügung steht, sollte nicht allen, die das tun, Machtgeilheit und Ämterhascherei unterstellen. In dem einen oder anderen Fall mag das ja zutreffen, aber der Generalverdacht ist verletzend und äußerst unpiratisch. Nach dem Auftritt war ich regelrecht froh aus Gründen massiven Zeitmangels den Kontakt zur Crew Seetiger nicht weiter verfolgt zu haben. Hübsch fand ich auch seine 2-minütige Ansprache in der er die Kandidaten aufgefordert hat, sich auf 20sec-Antworten zu beschränken. Glashaus, Steine und so.

Alles in allem war es aber ein guter erster Tag. Ich hoffe ich schaffs nachher noch ins Sanatorium und ich hoffe, es wird morgen ein noch etwas produktiverer Tag. Ich hab nämlich Montag keine Zeit.

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Prag Nachlese

Gepostet von Kai am Montag, 14. Dezember 2009, 13:46 Uhr

Ich hab endlich geschafft, meine Prag-Bilder etwas zu sortieren und online zu stellen. Das Ergebnis findet ihr hier. Ich hoffe, es gefällt ;-) Shermins schieb ich dann die Tage auch noch hoch.

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Software nervt

Gepostet von Kai am Samstag, 12. Dezember 2009, 17:55 Uhr

Also ich bin grade sehr unglücklich mit diversester Software. Ich hab gestern mal ein bisschen mit dem neuen Thunderbird gespielt. Fazit: Jahrelange Entwicklungsarbeit für Schnickschnack, der mir nicht hilft aber alle Sachen die ich brauche fehlen. Ich hätte gerne Redirect eingebaut. Ich hätte gerne einen Tab pro Konto mit nur den Ordnern des jeweiligen Kontos in der Ordnerliste. Jede Tab-Funktion, die ich bis jetzt für Thunderbird gesehen habe ist nutzloser Tab-Hype. Und warum zum Geier benutze ich IMAP, wenn dann mein Mailprog doch im Hintergrund den Ganzen Spam runter lädt. Gott sei dank ist das wenigstens abschaltbar. Alles in allem ist Thunderbird nach wie vor das am wenigsten schlechte Mailprogramm.

Ich war schon so verzweifelt ob des Mangels an sinnvoller Weiterentwicklung, dass ich zum 10. Mal versucht habe, mich in Mutt einzuarbeiten. Habs aber wieder aufgegeben. Ich meine, mal ehrlich, gemessen daran, was ich da alles von Hand ins config-File schreiben müsste, um 4 Konten + diverse Aliases sinnvoll zu bearbeiten ist ja die Einrichtung eines kompletten Webservers übersichtlich. Und dann ist die Bedienung höchst unintuitiv und die Hälfte der tollen Tricks, die im Netz herumschwirren funktionieren mit meiner Version nicht.

Überhaupt, Konfigurationen. Ich hab mir neulich mal versehentlich Grub2 installiert. Haben die ein Ding an der Waffel? Ich hatte hinterher über 150 Dateien unter /boot/grub zu liegen, die scheinbar alle Konfiguration waren. Meine komplette Grub1-Config hat grade mal 160 Zeilen inklusive Leerzeilen und Kommentaren. Und das macht genau das gleiche: das System booten.

Ich wünschte wirklich, das ich a) gut genug programmieren könnte, um mich von durchgeknallten Softwaredesigns zu befreien und mich selber kratzen zu können, wenns juckt und b) das ich ein ein Heilmittel gegen galoppierende Featuritis finden könnte.

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