Prag Nachlese

Gepostet von Kai am Montag, 14. Dezember 2009, 13:46 Uhr

Ich hab endlich geschafft, meine Prag-Bilder etwas zu sortieren und online zu stellen. Das Ergebnis findet ihr hier. Ich hoffe, es gefällt ;-) Shermins schieb ich dann die Tage auch noch hoch.

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Software nervt

Gepostet von Kai am Samstag, 12. Dezember 2009, 17:55 Uhr

Also ich bin grade sehr unglücklich mit diversester Software. Ich hab gestern mal ein bisschen mit dem neuen Thunderbird gespielt. Fazit: Jahrelange Entwicklungsarbeit für Schnickschnack, der mir nicht hilft aber alle Sachen die ich brauche fehlen. Ich hätte gerne Redirect eingebaut. Ich hätte gerne einen Tab pro Konto mit nur den Ordnern des jeweiligen Kontos in der Ordnerliste. Jede Tab-Funktion, die ich bis jetzt für Thunderbird gesehen habe ist nutzloser Tab-Hype. Und warum zum Geier benutze ich IMAP, wenn dann mein Mailprog doch im Hintergrund den Ganzen Spam runter lädt. Gott sei dank ist das wenigstens abschaltbar. Alles in allem ist Thunderbird nach wie vor das am wenigsten schlechte Mailprogramm.

Ich war schon so verzweifelt ob des Mangels an sinnvoller Weiterentwicklung, dass ich zum 10. Mal versucht habe, mich in Mutt einzuarbeiten. Habs aber wieder aufgegeben. Ich meine, mal ehrlich, gemessen daran, was ich da alles von Hand ins config-File schreiben müsste, um 4 Konten + diverse Aliases sinnvoll zu bearbeiten ist ja die Einrichtung eines kompletten Webservers übersichtlich. Und dann ist die Bedienung höchst unintuitiv und die Hälfte der tollen Tricks, die im Netz herumschwirren funktionieren mit meiner Version nicht.

Überhaupt, Konfigurationen. Ich hab mir neulich mal versehentlich Grub2 installiert. Haben die ein Ding an der Waffel? Ich hatte hinterher über 150 Dateien unter /boot/grub zu liegen, die scheinbar alle Konfiguration waren. Meine komplette Grub1-Config hat grade mal 160 Zeilen inklusive Leerzeilen und Kommentaren. Und das macht genau das gleiche: das System booten.

Ich wünschte wirklich, das ich a) gut genug programmieren könnte, um mich von durchgeknallten Softwaredesigns zu befreien und mich selber kratzen zu können, wenns juckt und b) das ich ein ein Heilmittel gegen galoppierende Featuritis finden könnte.

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Stell dir vor es ist Basisdemokratie und keiner geht hin

Gepostet von Kai am Montag, 30. November 2009, 9:19 Uhr

Da hatte ich schon befürchtet, ich würde im November stressbedingt nicht zum bloggen kommen, da liefern mir die Schweizer so eine Steilvorlage, das ich nicht anders kann, als mich kurz zu äußern.

Zum einen, ja, es kotzt mich an, dass bigotte Stammtischhetzer ca ein viertel der Schweizer dazu bekommen hat, gegen das Menschenrecht auf freie Religionsausübung zu stimmen. Aber deswegen bin ich nicht sauer auf die Alm-Öhis. Also schon ein bisschen. Mehr als ein bisschen um ehrlich zu sein. An das 1/4, das für diesen Scheiß gestimmt hat: So hat das mit den Synagogen auch mal angefangen und wir wissen alle, wo es endete.

Aber wer mich fast noch mehr krank macht sind die 45%, die gar nicht erst den Arsch hoch bekommen haben um abzustimmen. Ihr seid echt der Tod der direkten Demokratie. Kennt irgend jemand ein kurzes, prägnantes Wort für jemanden, der seine Möglichkeit zur direkten politischen Einflussnahme aus Faulheit oder Desinteresse nicht nutzt und das weniger primitiv klingt als Vollidiot?

Hier in Berlin versucht man ja neue Formen politischen Ausdrucks: man zündet Autos an. Ich sags ja ungern, selbst wenns die “Richtigen” treffen sollte, es bringt nix. Brennende Autos haben noch nie was bewegt. Also nicht, wenn sie nicht in sehr großer Stückzahl zu Barrikaden verarbeitet werden, die von einer großen Mehrheit des Volkes besetzt sind. Aber unsere Politiker werden das Problem mit der mangelnden Besatzung für die Barrikaden schon zu lösen wissen.

Schwarz-Gelb betreibt fröhlich sozialen Kahlschlag – auch die Umwandlung des ZDF zum Propagandakanal wird das nicht ewig verschleiern können – und in Berlin werden unter rot-roter Ägide alternative Wohnprojekte und liebevoll gepflegte Gemeinschaftsgärten platt gemacht um Platz für Luxuswohnkomplexe zu machen. Und ich freu mich schon, weil in 15 Monaten dadurch meine Miete wieder um 30-40Euro steigt, bis ich mir irgendwann den Friedrichshain auch nicht mehr leisten kann. Und da diese Art von Baupolitik auch Schrebergärten und Parks trifft und auch sonst keine irgend wie regierende Partei eine Möglichkeit auslässt, die Schere zwischen Arm und Reich noch ein bisschen zu vergrößern, wird der Aufstand ja vielleicht noch zu meinen Lebzeiten kommen. Wie ging doch gleich der chinesische Fluch: Mögest du in interessanten Zeiten leben!

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Was ist der nächste Pandemie-Hype?

Gepostet von Kai am Freitag, 23. Oktober 2009, 8:45 Uhr

Vielleicht habt ihr ja Vorschläge für diese Kategorie. Vor Jahren wars BSE. Die Presse und ihre zahmen Wissenschaftler wussten es genau: die bloße Berührung von Rindfleisch ist tödlich. Jedem, der ein Steak ist, läuft bald das Hirn aus den Ohren. Hätten sie Recht gehabt, müsste jetzt viel Wohnraum in Großbritannien, dem Mutterland der Seuche, leer stehen. Tatsächlich ist fast nix passiert. Es ist nie ein Prion in Muskelfleisch nachgewiesen worden. Wir haben gelernt, das es dumm ist, kranke Tiere an andere Tiere zu verfüttern, die wir essen wollen. Und Kühen Schafe zum essen zu geben ist eh irgendwie pervers. Aber eine Pandemie ist ausgeblieben.

Dann die Vogelgrippe. Ein paar hundert Menschen weltweit stecken sich bei ihren Hühnern an. Viele davon sterben. Das ist traurig, wirklich. Aber die Reaktion war ja wohl der Hammer. Leute, sperrt eure Vögel weg. Schluss mit frei laufenden Hühnern. Die Pandemie kommt. Und, was ist passiert? Die Bild hat ein paar Exemplare mehr verkauft. Sonst passierte gar nichts. Es blieb bei ein paar hundert toten Vogelzüchtern. Nix Pandemie.

Und jetzt sind es Schweine statt Vögel. Diesmal können sich Menschen wenigstens gegenseitig anstecken, was für den Hauch echter Gefahr sorgt. Aber mal ehrlich, in Mexico, einem Land, das nicht eben für sein hervorragendes Gesundheitssystem bekannt ist, gab es etwas über 20 000 Erkrankte und 184 Tote. in den USA gab es knapp 45000 Infizierte und nicht mal 600 Tote. Sicher, jeder, der an so einer blöden Krankheit stirbt, ist einer zu viel und ich fühle mit den Familien, die geliebte Menschen verloren haben. Aber eine Pandemie ist das nur nach der Definition der WHO.

Nur um mal ein Verhältnis zu zeigen: Jedes Jahr tötet die völlig langweilige und jeder medialen Aufmerksamkeit entrückte Grippewelle 15000 – 20000 Menschen allein in Deutschland. Das ist eine Krankheit die euch Sorgen machen sollte, nicht dieses pisselige H1N1. Oder AIDS: Jedes Jahr sterben über 2 Millionen Menschen weltweit an AIDS. Dagegen gibt es keine Impfung. Auch kerngesunde, fitte, junge Menschen, die jede Grippe ob mit Schwein oder ohne locker weg stecken, sterben daran wie die Fliegen. Interessiert kein Aas mehr.

Ich hoffe und bete nur, wenn die nächste echte Pandemie kommt, reagiert überhaupt noch jemand. Wenn die WHO und die Presse so weiter machen werden bis dahin alle schon sehr schön abgestumpft sein.

Mein Rat: Wascht euch die Hände, lasst euch gegen richtige Grippe impfen und vor allem lasst euch nicht verrückt machen. Sonst endet ihr wie Monk ;-)

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Prag – The End

Gepostet von Kai am Sonntag, 11. Oktober 2009, 11:38 Uhr

So, nach dem mich in den letzten Tagen in Prag dann doch Faulheit und auch Müdigkeit übermannt haben, reich ich jetzt mal die letzten Tage nach.

Wie ich ja noch am Mittwoch schrieb waren wir gut fertig. Prag ist eben eine durchaus vertikale Stadt, was für Berliner Flachlandfüße durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Und die Betten haben auch nicht grade geholfen.

Wir wollten daher am Mittwoch eigentlich eher einen Erholungstag einschieben. Da wurde dann allerdings doch wieder ein etwas längerer Marsch draus. Wir haben die Insel Kampa besucht, dort im Cafe zur Mühle Kaffee getrunken. Eigentlich wollten wir etwas essen, aber die Küche war zu. Auch sonst überzeugt der im Reiseführer hoch gelobte Laden gar nicht. Er ist relativ teuer, was an der Unmenge sinnlos herum stehender Kellner liegen dürfte. Wir mussten aber trotzdem 10 Minuten warten, bis wir überhaupt Beachtung fanden, hatten den eher mäßigen Kuchen schon ganz langsam vernascht bis der Kaffee kam und mussten sogar auf die Rechnung noch ewig warten. Und das bei ca 2-3 Gästen pro Kellner – mein Weib sagt 7 Kellner auf 10 Gäste. Kurz, uns sehen die ganz sicher nicht wieder.

Danach haben wir noch alles das gekauft, was wir noch auf der ToDo-Liste hatten und dann war es auch schon Zeit fürs Abendessen. Das haben wir dann in dem schon erwähnten Laden eingenommen, bei dem ich immer noch nicht weiß ober er “Altes Cafe” oder “Gitanes” heißt. War genau so gut wie beim letzten Mal. Wir hätten fast Seilwinden benötigt, um die letzten Höhenmeter zu unserer Unterkunft zu überwinden.

Am Donnerstag hab ich endlich das Projekt “Prag ohne Touristen” umgesetzt und bin um 7:30 auf Fotosafari gegangen. Ach war das herrlich. Nur Mülllaster die auf halsbrecherische Art durch enge Gässchen brettern, ein paar Prager auf dem Weg zu Arbeit und 2-3 Touristen, die offensichtlich die gleiche Idee hatten wie ich. Man konnte einfach mal so stehen bleiben und ein Foto machen, ohne von hinten von einer Herde Italiener totgetrampelt zu werden, die blindlings dem erhobenen Regenschirm folgen. Selbt auf der Karlsbrücke und am Alten Markt war gähnende Leere. Da saßen nur ein paar Asiatinnen und malten die Gegend auf klassisch asiatische Weise. Sehr meditativ.

Nach dem ich dann meine Geliebte Angetraute eingesammelt hatte sind wir wirklich noch mal auf die Burg. Erst mal haben wir noch ein Stündchen den Ausblick aus dem Wallgarten genossen – auf dem Schild am anderen Ende stand übrigens Paradisgarten und ich finde, der Name passt. Dann wollten wir eigentlich in die im Reiseführer erwähnte historische Ausstellung im Lobkovic-Palais. Nur gab die nicht mehr. Da war jetzt die Private Ausstellung der Familie drin mit so hochinteressanten Exponaten wie Hundeportraits. Das haben wir dann doch mal lieber ausgelassen und uns lieber die Geschichte der Burg nahe bringen lassen. Die Ausstellung war recht gut uns sehr modern medial aufbereitet. Kann ich weiter empfehlen. Abschließend kann ich zur Burg sagen, der St. Veits Dom ist Pflicht – und kostenlos – und das gleiche gilt für die Gärten. Die Burgausstellung kann man auch gut mitnehmen, zumal die mit umgerechnet ca 6 Euro Eintritt auch vom Preis okay ist. Der Rest ist eher enttäuschend und zu teuer.

Danach gings bergab bis zum nächsten Geldautomaten und mit einem Stapel Postkarten zur Pizzeria Canzone – ja, die heißt so und dort arbeiten sogar echte Italiener. Nach einem frühen Abendbrot sind wir dann um die Ecke zur Post, haben die Freuden eines echt sozialistischen Postservices genossen und uns dann nach Hause getrollt.

Tja, das wars dann auch eigentlich. Koffer packen, noch eine Nacht schlafen. Kurze Aufregung wegen zu spät kommenden Bahnhofsshuttle und 5 Stunden im Zug. Und dann waren wir wieder zu Hause, glücklich mit Badewanne und eigenem Bett. Unsere Lieblingsnachbarin hat uns sogar mit Essen und Kuchen empfangen.

Alles in allem kann ich sagen, Prag ist einen Besuch wert. Und wir werden bestimmt auch wieder mal hinfahren.

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